Diese Grafik entstand als Reaktion auf das Unglück aus der Grafik zur Loveparade

 

"Die Liebe bleibt!" ist der Titel dieses Gemäldes. Weitere Bilder dieser Serie hier.

Plädoyer für "Die Liebe bleibt!"

 

Diese "Kathedrale" ist der Entwurf von Rudolf Kley für eine Gedenkstätte für die Katastrophenopfer. Hier ein Blick auf die kritische Bewerbung

Das Model war Ausgangspunkt für diese Grafik

 

 

 

Duisburgs OB Sauerland brüskiert Angehörige der Loveparade-Opfer

Sauerland: "Ich kann mich nicht klonen" (WAZ Duisburg, 27. Juni 2011)

Fazit: Man muss OB Sauerland einfach lieb haben.

Leserbrief vom 27 Juni 2011


Geklonte Entschuldigung?

Unserem OB halte ich bis zur Klärung der Schuldfrage die Stange, obwohl sein Umgang mit der Loveparade-Katastrophe oft unbeholfen und kläglich wirkt. Trotzdem unterstütze ich das Abwahlverfahren nicht. Er hat ja öffentlich angekündigt, dass er die politische Verantwortung (Rücktritt?) übernimmt, wenn seine Verwaltung entscheidende Fehler gemacht hat.

Was in aller Welt aber hat ihn jetzt geritten? Wieso hat er nur bei der Übergabe des Förderpreises an junge Musiker darauf hingewiesen, dass er sich nicht klonen kann? Recht hat er ja, aber stilvoller und ehrlicher wäre sein Zugeständnis gewesen, dass sein Anblick bei der "Parallelveranstaltung" nur unerwünschte Emotionen ausgelöst hätte. Milde gesagt.

Scherze, wenn parallel das Loveparade-Denkmal eingeweiht wird, sind dagegen völlig fehl am Platz. Für das von ihm angekündigte Medien-Echo ist er selbst verantwortlich. Vielleicht sollte der OB mal seine Berater wechseln. So kann ihm bald keiner mehr helfen.

Rudolf Kley

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Die  vier

Loveparade - Katastrophen

Wie kann jemand, der wie ein Hund durch gezielte Hetzkampagnen publizistisch in die Enge getrieben wird und auf den mit  Vorverurteilungen eingeprügelt wird, dessen Familie bedroht wird, noch brav Männchen machen und sich wie ein normaler Mensch verhalten? Für mich ist das die Katastrophe nach der Loveparade-Katastrophe. Die Art und Weise, wie auf dem Rücken der Opfer Politik gemacht wird. Die unmenschliche Machtpolitik, die Fratze dahinter, die in einem eigenen Sauerland-Gesetz mündet. Wer in diesem Zusammenhang von mangelndem Anstand spricht, muss sich mal selbst an die Nase fassen und politische Konsequenzen ziehen.

Wenn zum Beispiel davon die Rede ist, dass auch ein Meister für die Arbeit seiner Gesellen verantwortlich ist, dann setzt dies doch voraus, dass diese nachweislich einen Fehler gemacht haben. Nichts anderes hat Adolf Sauerland doch gesagt. „Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich erst Klarheit über eine etwaige tatsächliche Verantwortung der Stadtverwaltung haben muss, bevor ich die politische Verantwortung dafür übernehme.“

Es mag sein, dass es Brauch ist, Lämmer zu opfern, weil sie ohne Schuld sind. Auch in früheren Zeiten hat es Menschenopfer gegeben, um die Götter milde zu stimmen und man hat sich wohl oft unschuldiger Jungfrauen bedient. Das Handeln neuzeitlicher Menschen wird oft als vernunftbetont beschrieben. Was hier und heute in Duisburg passiert ist ein Rückfall in die Steinzeit. Keine Spur von dem Gebrauch des Verstandes.

Wer also den Zusammenhang von Ursache und Wirkung leugnet, Rituale über Gerechtigkeit setzt und leere Worthülsen mag, dem wird das Verhalten von OB Sauerland natürlich anstößig erscheinen. Der mag ruhig mit seiner Unterschrift das Abwahlverfahren bedienen und sich so selbst verwirklichen. Der Demokratie tut er damit keinen Gefallen, er wahrt nur deren Schein. Diese Beugung der Demokratie durch gewählte Volksvertreter auf Landesebene ist die dritte Katastrophe.

Nun könnte man der Meinung sein, dass hier ein persönlicher Freund von Adolf Sauerland seinen Gedanken freien Lauf lässt und ihm hiermit einen Gefallen tun will.

Weit gefehlt. Wie kann jemand, der im Wahlkampf für den Erhalt der Mercatorhalle eingetreten ist, sich als gewähltes Stadtoberhaupt mit wollüstigen Grinsen in einen Bagger setzen und mit dem Greifer den Abriss einläuten? Ich gehöre zu den Freunden der Mercatorhalle, die für ihren Erhalt an vorderster Front gekämpft haben.

Genauso negativ berührt hat mich die Tatsache, dass der OB mir im Gespräch einen Fototermin für die Übergabe einer Luftpumpe zugesagt hatte, der nur noch mit seinem im Urlaub weilenden persönlichen Referenten abgestimmt werden sollte. Dieser Termin wurde dann aber von dem Referenten mit der Begründung absagte, dass der OB nicht im Zusammenhang mit einer Luftpumpe genannt werden möchte. (Der OB war von mir schriftlich über den Sinn der Aktion umfassend informiert worden!) Die Übergabe der Luftpumpe sollte der Start  der Luftpumpensammelaktion für mein „Luftpumpenfeld“ im Rahmen von Ruhr2010 sein. Denn anschließend wollte ich auch den Bürgermeistern und Oberbürgermeistern der anderen Ruhrgebietsstädte jeweils eine Luftpumpe überreichen und so auf diese Sammelaktion hinweisen, die ich seit einem Vierteljahrhundert betreibe.

Meine Absicht, das Luftpumpenfeld im Zusammenhang mit der Loveparade aufzustellen, ließ sich nicht verwirklichen. Die Loveparade-Katastrophe hat mich aber durch diesen Zusammenhang so tief getroffen, dass ich für mich  den Traum von diesem Luftpumpenfeld trotz der großen Bedeutung für mein Lebenswerk erst einmal gestrichen habe. Irgendwie auch dank Sauerland, wofür ich ihm aber bestimmt nicht dankbar bin. An dieses unvollendete Werk denke ich z.B. wenn ich das Stahlgerippe, den Anbau der Küppersmühle, zum Kunstwerk erhebe und „Adolf, der Unvollendete“ nenne. Aber OB Sauerland ist noch lange nicht so fertig, wie es sich seine persönlichen und politischen Gegner wünschen. Natürlich war auch seine Art „unvollendet“, wie er sich um die Hinterbliebenen der Loveparade-Opfer gekümmert hat.

Die vierte Katastrophe besteht für mich darin, dass sich die nicht CDU -nahen Stadtvertreter und Mitglieder anderer Parteien und ihre Sympathisanten seit der Loveparade-Katastrophe eindeutig nur auf die Festigung ihrer Macht und auf die Demontage von OB Sauerland konzentrieren. Dieses für mich völlig unverständliche Verhalten schadet der Stadt Duisburg mehr als alles andere. Deshalb kommt die Stadt Duisburg nicht zur Ruhe. Das Abwahlverfahren setzt dem noch die Krone auf. Diese Ursache wird leider von der Presse nicht oft genug kritisch hinterfragt.

 

Rudolf Kley

Meiderich, den 21. 06. 2011

 

Freunde haben mich gefragt: "Wenn Du 2009 die Wahl zum OB gewonnen hattest, wärst Du nach der Loveparade-Katastrophe zurückgetreten?"

Eine wirklich nur hypothetische Frage. Was wäre wenn? Weiß ich, wie ich wirklich reagiert hätte? Nehme ich meine persönliche Reaktion auf das Unglück zum Maßstab - ich war für die Durchführung der Loveparade und habe vergeblich versucht, mich mit meinem Luftpumpenprojekt bei ihr einzuklinken -  ,so hat diese Tatsache für mich ausgereicht, um ein Projekt einzustellen, an dem ich fast ein Vierteljahrhundert gearbeitet habe. Hieran gemessen liegt die Vermutung sehr nahe, dass ich mit einem Rücktritt reagiert hätte, einfach aus persönlicher Betroffenheit, nicht aus politischer Verantwortung. Dies ist in diesem Stadium, solange die Schuld nicht feststeht, keine Frage der Moral. Zu einer solchen wird sie nur durch den politischen Gegner gemacht.

Rudolf Kley 27. 06. 2011

 

 

 

 

 

Frage an Radio Eriwan: "Warum ist mit dem Gesetz zur Abwahl des OB nicht auch  die Abwahl des Stadtrates geregelt worden? "

Antwort von Radio Eriwan: "Die SPD ist sich nicht sicher, dass sie bei einer Neuwahl noch die gleiche Anzahl  Stimmen bekommt! Das ist Politik. Demokratie ist anders."

 

 

Politische Verantwortung gibt es nicht.

Bemerkenswerte Ausführungen zur politischen Verantwortung. Gelesen in der RP. 21. Sept. 2010. Dr. Gottfried Weitz, Sohn des ersten Duisburger Nachkriegs-Oberbürgermeisters Heinrich Weitz  reagiert auf die für ihn absurde Forderung an OB Sauerland zur Übernahme der "politischen" Verantwortung. ""Die gibt es nach unserer Rechtsordnung nicht", stellt der Jurist klar. Darum müsse auch vor dem Hintergrund einer solchen Tragödie jeder populistischen, jeder nicht durch Fakten begründeten Zuweisung von Verantwortung und Aufarbeitung mutmaßlicher Schuld begegnet werden. "Daran ändert auch nicht, wenn sehr prominente Politiker wegen der vielen Opfer diese Forderung seit Wochen erheben."" Dr. Weitz führt als Beispiele die Geiselnahme von Gladbeck an. Damals sei Innenminister Dr. Schnoor auch nicht zurückgetreten, obwohl er die Verantwortung für das Leben der Geisel gehabt hätte. Auch Innenminister Jäger sei über die Planungen der Stadt informiert gewesen, "womit sich auch in seinem Fall die Frage einer Verantwortung stelle.... Sein Vater, so Weitz, hätte mit Sicherheit die Übernahme einer virtuellen Verantwortung als rechtlich unhaltbar abgelehnt."

Anmerkung von Rudolf Kley

Jeder, der OB Sauerland eine "politische Verantwortung" zuschiebt, die ja offensichtlich von jeder Schuldfrage losgelöst  ist, muss diese politische Verantwortung gleichermaßen auch an die weitergeben, die OB Sauerland gewählt haben. Leider gibt es keine Befragung unter den Sauerland-Wählern, ob die politische Verantwortung auch bei ihnen angekommen ist. Es ist allerdings davon auszugehen, dass diese mehrheitlich jede politische Verantwortung aus gutem Grund ablehnen. Damit würde offensichtlich, dass nur diejenigen eine politische Verantwortung von OB Sauerland fordern, die ihn nicht gewählt haben, also überwiegend SPD Wähler. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die Forderung nach Übernahme der politischen Verantwortung nicht einem besonders ausgeprägtem  moralischen Empfinden sondern einem knallhartem parteipolitischem Kalkül unter einer moralischen Tarnkappe entspringt.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sitzt im gleichen Boot wie OB Sauerland

Im Januar 2010 fordert Hannolore Kraft unbürokratische Hilfe für die Loveparade "Die Loveparade ist ein Stück Jugendkultur, die ins Jahr der Kulturhauptstadt gehört" (xtranews 25-01.2010) Landtagsabgeordneter Sören Link, SPD: "Ich sage dazu ganz deutlich: Wir können von mir aus jeden Tag eine Love Parade in Duisburg machen, solange da keine städtischen oder Landes- oder sonstigen Steuermittel für aufgebracht werden. Das ist eine super geile Party!" ( Xtranews 02.ß3. 2010)  "Mehr als 2.000 Polizistinnen und Polizisten, rund 2.000 Sanitäter und Ärzte und über 300 Feuerwehrleute sind am morgigen Samstag für die Love-Parade in Duisburg im Einsatz." (Pressemitteilung Innenministerium). Innenminister Ralf Jäger brüstet sich noch einen Tag vor der Loveparadekatastrophe: "Alle sind hoch motiviert und haben sich professionell vorbereitet".

Mit welchem Gesetz können denn diese Befürworter der LOVEPARADE abgewählt werden?