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Ansprache von Rudolf Kley anlässlich einer
Ausstellungseröffnung 2001:
Seit gut 20 Jahren verfolge ich mit großer Aufmerksamkeit die malerische
Entwicklung von Pupo.
Pupo malt was er fühlt und denkt. Er nimmt weder Rücksicht auf die
Erwartungshaltung des Betrachters noch unterwirft er sich irgendwelchen
Regeln, die im Kunstbetrieb scheinheilig Erfolg versprechen. Kein
Malstil ist vor ihm sicher, die Kunstgeschichte ist für ihn ein großer
Selbstbedienungsladen. Heute ist Picasso dran.
Künstlerische Pausen wechseln ab mit Phasen heftigster malerischer
Betriebsamkeit, in denen sein selbstironischer Witz Farbe bekommt und
oft vor Erotik sprüht.
Malerei ist für Pupo ein essentieller Bestandteil seines Lebens, weil
sie so spannend ist. Immer wieder wird etwas Neues ausprobiert. Damit
hat sich, fast gegen seinen Willen, doch ein eigener, höchstpersönlicher
Stil eingeschlichen.
Pupo buhlt nicht um die Gunst des Betrachters. Weder Porträts noch
Frauenkörper gehorchen dem aus Illustrierten hinlänglich bekannten
Schönheitsideal. Pupo malt die Nase dahin, wo er sie haben will und
lässt die Brüste kreisen.
Manche Bilder laden zum Weitermalen ein, andere sind so dekorativ, dass
man sie sich am liebsten sofort über die Couch hängen möchte. Wieder
ganz andere –wenige- möchte man gar verstecken weil sie - wie man so
sagt - vor Hässlichkeit schön sind.
In der malerischen Welt des Pupo spiegelt sich eben das ganze reale
Leben wider. Auch Landschaften kommen darin vor, mehr oder weniger
abstrakt, aber auch ganz gegendstandslose Bilder. Verloren hat sich das
gesellschaftskritische Moment der Anfangsjahre, mit der er die Malerei
überfrachtet hatte. Pupo hat das eingesehen. Pupo hat seitdem den Kopf
frei für die "freie Malerei".
Damals, anfang der achtziger Jahre, wurde Pupo von dem Dortmunder
Arbeitermaler Hans Karl Steffen stark beeinflusst. In der Malerei sah
Pupo eine Erweiterung seiner fotographischen Möglichkeiten und eignete
sich flugs das erforderliche handwerkliche Rüstzeug für eine
fotorealistische Malerei an. Bildtitel waren für Pupo nicht
Kurzbeschreibungen des Bildes, sondern der Sinn, Inhalt oder soll ich
besser sagen „Witz" ergab sich oft erst in der Synthese von Bild und
Titel. So kann ich mich noch gut an ein Bild „Am Sonntag fahren wir aufs
Land" erinnern. Zu sehen war auf der Leinwand lediglich ein wirklich
toll gemaltes Klingelbrett.
1982 hat Pupo zum ersten Mal in der Galerie 77 in Duisburg ausgestellt
und einen beachtlichen Öffentlichkeitserfolg erzielt. Es war für ihn
gleichzeitig das Ende einer Schaffensperiode. So schreibt z.B. die NRZ
„Sein neuer Schaffensbereich gilt der abstrakten Malerei. Farbe und Form
sollen sich selbständig auf der Leinwand entwickeln und neue, spontane
Eindrücke an den Betrachter vermitteln."
Ein Bild, ein Porträt aus dieser Zeit habe ich selbst erworben und hüte
es wie meinen Augapfel. Denn es gibt keine Bilder mehr aus dieser Zeit.
Sie wurden verschenkt, verkauft oder übermalt. Das Porträt selbst-kein
schöner Kopf, ein alter Mann, ein Charakterkopf, aber – wie ich meine
-treffend gemalt. Diese Liebe zum besonderen Ausdruck spiegelt sich auch
in Pupo´s jüngsten Arbeiten wider.
Keiner, ich denke einschließlich Pupo, kann sagen, wie es weitergeht,
welche Motive morgen anstehen oder welche Stilmittel morgen zur
Anwendung kommen. Ist das heute wichtig?
Dafür kommt das Schönste an Pupo´s Malerei jetzt. Seine Bilder sind
noch erschwinglich, die Nachfrage wird aber immer größer. Das Internet
macht es möglich. Es befreit die Künstler aus der Abhängigkeit von den
Galeristen und macht sie weltweit bekannt. Wer einen echte Pupo sein
eigen nennen möchte, sollte sich deshalb beeilen!
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