Die Veröffentlichungen auf dieser Seite zeigen die Verbindung von Kunst und Pharmazie bei Rudolf Kley.

Wenn auch zunächst nur das Künstlerherz in seiner Brust schlug, so hat ihn doch das Pharmaziestudium von Anfang an so gefesselt, dass er darüber fast das Malen vergaß.

Erst als Apothekenleiter erinnerte er sich an den positiven, therapeutischen Effekt von Malerei und wollte diesen über die Kulturwerkstatt Meiderich vielen Menschen zugänglich machen.

Die Galerie 77 in Meiderich, räumlich der Kulturwerkstatt vorgelagert, bot mit ihren vielen Ausstellungen 25 Jahre lang auch Platz für zahllose Gespräche, die Schwellen im Umgang mit Kunst abbauen und zur eigenschöpferischen Tätigkeit animieren sollten.

Die Aktionen "Kunst ist Kohl", "1100 Meter Stattgeschichte" orientierten sich an diesem Ziel.

Während es bei "Kunst ist Kohl"  nur darauf ankam, aufzuzeigen, dass es nicht nur einen Kunstbegriff gibt, sondern aufgrund seines Vereinbarungscharakters, viele, war das Guinnessrekordwerk ein Plädoyer für die Freiheit der Malerei.

Der Verkauf von "Stattmeterkarten" (Reproduktionen einzelner Bilder der "Stattgeschichte") zugunsten jugendlicher Arbeitsloser über Apotheken funktionierte lokal, wurde aber aus verschiedenen Gründen - auch rechtlicher Bedenken - nicht von der Apothekerkammer unterstützt.

Die freie Rekonstruktion des Weizenfeldes, in dem Vincent van Gogh sich erschossen hatte, leitete zur Qualitätsdiskussion über. Rudolf Kley hielt die Luftpumpe als Muster für einen Qualitätsmaßstab für Kunst deshalb besonders geeignet, weil sich die Luftpumpe beim Ausziehen zumindest theoretisch in unendlich vielen Stellungen fixieren lässt. Als Längenmaßstab verwandt, würden sich eben so viele Maßstäbe ergeben, was die Verhältnisse bezüglich Kunstmaßstäben nach Kley´s Ansicht ziemlich gut abbildet und die Gültigkeit eines einzigen in Frage stellt.

Auch Qualitätsmaßstäbe unterliegen der Vereinbarung. Dies lässt sich auch auf die Pharmazie übertragen. "Nur Arzneimittel sind Arzneimittel". Was so logisch klingt wurde leider oft schon rein optisch durch Nahrungsergänzungsmittel unterlaufen, für die mit falschen Aussagen geworben wurde.  Noch bevor der Marburger Apotheker Dr. Gregor Huesmann mit "dem Scheiß des Monats" Furore machte, wurde in der Galerie 77 von Kammerpräsident Mattenklotz eine Ausstellung eröffnet, die diese Nahrungsergänzungsmittel aufs Korn nahm und fast nahtlos in "Jeder Mensch ist ein Placebo" überging.

 Dazu passte zur Jahrtausendwende der "Fett weg!" - Kalender von Rudolf Kley: "Eine Stunde Bildbetrachtung und der Betrachter nimmt 1 Kilo ab:" Ob Rudolf Kley dabei Erkenntnisse anwandte, die er mit seiner von der AOK gesponserten Farbuntersuchung gewonnen hatte, ist nicht bekannt. Vermutlich aber nicht, denn der magere Rücklauf der ausgefüllten Fragebögen ließ keine Aussagen zu.  Viele Zeitungsberichte aber auch TV-Berichte über Kley´s Luftpumpenprojekt sicherten diesem Unternehmen eine regionale Aufmerksamkeit.

Als dann Patienten als Vorgriff auf die Folgen der Gesundheitsreform  ihren Löffel bei Rudolf Kley abgeben konnten, erhielt er aufgrund einer DPA-Meldung Löffel aus dem gesamten Bundesgebiet.

 Immer wieder versuchte Rudolf Kley  seine Kollegen durch Leserbriefe in Fachzeitschriften davon zu überzeugen, dass das Sammeln von Luftpumpen bzw. später das Sammeln von Löffeln eine wirksame Methode ist, um die Aufmerksamkeit auf Probleme im Gesundheitswesen zu lenken.

Er schlug sogar die Gründung einer von Angehörigen des Gesundheitswesen und Patienten getragenen Partei vor, um die anstehenden Probleme mit Sachverstand zu lösen.

 Rudolf Kley hasst Geheimdiplomatie und Absprachen abseits der Apothekerbasis und sieht das Potential der Querdenker im Berufsstand unterbewertet. Konfrontation ist nicht alles. Einigkeit stärkt die Verhandlungsbasis. Diese Einigkeit unter Kollegen vermisst Rudolf Kley. Bevormundung ist dafür kein Ersatz. Aber sind es die Kollegen nicht selbst schuld, wenn sie ihre Wünsche nicht artikulieren oder die falschen Leute wählen?

 Eine Apotheke ist keine Denkfabrik. Der Alltag mit seinen sinnlosen Verrichtungen raubt einem oft nicht nur die Lust an der Berufsausübung sondern ist inzwischen zu einem Korsett erstarrt, das einfach nicht mit wächst. Luft tut Not. Rudolf Kley träumt immer noch davon, dass der ganze Berufsstand Luftpumpen sammelt. Nicht für ihn. Sondern als ein Zeichen dafür, dass man auch mit einer Stimme reden kann, wenn es sein muss.

Alle wissen, dass der Staat an den Arzneimitteln viel mehr verdient, als die Apotheker. Der Mensch auf der Straße weiß das nicht. Wie sollen Apotheker für ihre Interessen Rückhalt bei den Politikern erhalten, wenn diese genau wissen, dass ihre Wähler immer noch mit dem Vorurteil im Kopf herumlaufen, dass die Apotheke eine Goldgrube ist? Irrsinn, Schwachsinn oder beides, wenn Kollegen sich bis zu 45% Rabatt auf die Fahnen schreiben oder für alle 30 % Rabatt auf alles nicht Verschreibungspflichtige geben, nur weil sie den Konkurrenzkampf bis aufs Messer so toll finden. Auf der Strecke bleiben langfristig der Patient und die traditionsreiche deutsche Apotheke.

Rudolf Kley hat es gezeigt. Patienten lassen sich davon überzeugen, dass die MWSt. auf Arzneimittel zu hoch ist und protestieren dagegen mit dem Plakat in der Hand "Runter mit der Mehrwertsteuer auf alle Medikamente!" Es lässt sich leicht ausrechnen, wenn jeder Apotheker nur 20 Bekannte zum Mitmachen einlädt und fotografiert. Die so entstandenen 400 000 Bilder sprechen eine eigene Sprache und legen Zeugnis über eine noch nie vorhandene Einigkeit ab. Ist Duckmäusertum besser? Weil es noch schlimmer kommen kann? Für wen denn? Vielleicht nicht für die Funktionäre. Alle anderen haben nichts mehr zu verlieren aber können alles gewinnen.

 

Die Beiträge rechts sind nicht chronologisch geordnet. Dies wird bei Gelegenheit nachgeholt. Manchmal streifen sie die Pharmazie nur ein wenig. Zusammen ergeben sie einen Eindruck der Verwobenheit von Kunst und Pharmazie bei Rudolf Kley, der unter Zeitgenossen einmalig ist.

 

         

 

 

Grafik zum Apothekertag 1980

Grafik zum Apothekertag 1982

Grafik zum Apothekertag 2007