Rudolf Kley - Apotheker, Maler und Aktionskünstler
   

1998 - 2001

 

Rudolf Kley mit seinem "FETT-WEG" Kalender für das Jahr 2000

Sondergrafik zum Kuftpumpenfeld

Mit jeder Veröffentlichung wuchs die Zahl der Luftpumpen

BUGA in Duisburg. Ein Ereignis, das aus Kostengründen gestrichen werden musste

Der Rücklauf bei dieser Aktion beantwortete diese Frage nicht eindeutig

 
 

Zur Jahrtausendwende gibt Rudolf Kley selbst einen Kalender mit „FETT WEG!" Bildern heraus. Tagtäglich soll dieser Kalender die Verbraucher daran erinnern, der Werbung für Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel nicht blind zu vertrauen. Diese karikiert der Apotheker mit der Behauptung: „Eine Stunde Bildbetrachtung dieser schönen, bunten „FETT WEG!"- Kalenderbilder bringt 1 Kilo Gewichtsverlust!". Jedem Kalender liegt ein Fragebogen zu seiner von der AOK gesponserten Untersuchung bei: „Können Farben heilen?" Der Polizeipräsident von Münster erfährt von Kleys Luftpumpenaktion. Er stellt ihm einen Platz für das Luftpumpenfeld vor dem Präsidium zur Verfügung. Jede Polizeidienststelle in NRW nimmt seitdem Luftpumpen für dieses Feld entgegen. Nicht einverstanden war der Polizeipräsident mit Kleys Interpretation des Luftpumpenfeldes als Gesundheitsmahnmal. Der Apotheker rief unter der Überschrift „Luft ist Leben" die durch die Gesundheitsreform gesundheitlich gebeutelten Patienten zur Luftpumpenspende auf. Ärzte und Apotheker wurden in ihren Fachzeitschriften um Unterstützung gebeten. Diese Grafik tauscht Kley gegen Luftpumpen ein. Das Büro des Bundespräsidenten Johannes Rau störte sich ebenfalls daran. Das „Gesundheitsmahnmal" verletzte die politische Neutralität des Bundespräsidenten.  Es war nämlich vorgesehen, dass der Bundespräsident in Münster das Picasso Museum eröffnet und Kley eine Luftpumpe spendet und persönlich überreicht. Da der Bundespräsident aus gesundheitlichen Gründen alle Termine im September 2000 absagte, erledigte sich dieses Problem von selbst. Obwohl wieder bundesweit über die Aktion in Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen berichtet wurde, sind die benötigten 30 000 Luftpumpen bis heute nicht zusammengekommen. Kley hoffte, dass sein „Tu(e)-Gutes-Projekt" auch die Spendenbereitschaft für Luftpumpen anregte. Dies war nicht der Fall. Einen Trumpf hat Kley noch im Ärmel. Sollte es am Ende mit dem Luftpumpenfeld in Münster nicht klappen, darf er sich auf die BUGA 2011 in Duisburg freuen. Vertreter der Stadt Duisburg haben großes Interesse an der Aktion gezeigt. Vorsorglich hat Kley für sich das Motto dieser BUGA, „BUGA Duisburg verbindet", umgemünzt in „Luftpumpen verbinden!" und gleich ein Plakat dazu entworfen.

 

Geschichte des Projektes, Quintessenz. Mit 50 hat man noch Träume. Der Duisburger Maler und Apotheker Rudolf Kley hat zu Beginn seines 50. Lebensjahres 1996 davon geträumt, dass alle Bilder seines Guinnessrekordwerkes Liebhaber finden und mit dem Erlös kranken Kindern geholfen werden kann. Im Februar 1996 hat sich Rudolf Kley deshalb mit der Bitte an Bundeskanzler Helmut Kohl gewand, ihn in geeigneter Weise bei dem Verkauf der Bilder zugunsten HIV infizierter Kinder zu unterstützen. Z.B. durch ein Grußwort, eine Ausstellung im Bundeskanzleramt oder die persönliche Übergabe der verkauften Bilder. 
Aus dem Bundeskanzleramt kam im April die Empfehlung, sich vertrauensvoll an die nationale AIDS-Stiftung zu wenden. Als Ansprechpartner wurde Herr Dr. Mertens genannt, der auch postwendend reagierte und Informationen über die Arbeitsgemeinschaft deutscher Aids-Stiftungen zusandte. „Nach Durchsicht Ihrer Unterlagen werden wir auf Sie zukommen.“ Leider kam kein positiver Bescheid.
 Zwischenzeitlich engagierte sich Rudolf Kley anderweitig in Sachen Arzneimitteltransparenz und unterstützte den Apotheker und Berufskollegen Dr. Gregor Huesmann, der aus seiner Sicht fragwürdige Mittelchen mit dem Gütesiegel „Scheiß des Monats“ versehen hatte. Der Hersteller eines Haifischknorpelpulvers hatte Dr. Huesmann daraufhin mit einer Existenzbedrohenden Klage überzogen. 
Rudolf Kley besann sich erst wieder auf seinen "Traum", als ihm im Zusammenhang mit seinem Luftpumpenprojekt in Münster bei der Durchsicht alter Akten das Schreiben des Bundeskanzleramtes in die Hände fiel. Er schrieb Dr. Mertens nochmals an. Die Deutsche Aids-Stiftung, in der die nationale Aids-Stiftung inzwischen aufgegangen ist, sieht sich nach wie vor personell aber nicht in der Lage, das vorgeschlagene Projekt mit Erfolg abzuwickeln. Deshalb ergriff Rudolf Kley  selbst die Initiative .und richtete eine Webseite ein, damit sich jeder Interessent ausführlich über das Projekt informieren konnte. Viele ganz persönliche Informationen sollten den Besucher dieser Seiten von der Ernsthaftigkeit des Anliegens und den guten Chancen seiner Durchführbarkeit überzeugen. Am Ende soll sich der Besucher mit dieser großen Aufgabe identifizieren können und auch die Nuancen dieses künstlerischen Gesamtkunstwerkes verstehen. Quintessenz: mit Spenden aus dieser Aktion sollte HIV infizierten Kindern unbürokratisch geholfen werden. Dort, im Ausland, wo Geld für Medikamente fehlt, kann die Spende ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Hier in Deutschland geht es vielleicht nur darum, Kindern einen letzten Herzenswunsch zu erfüllen oder etwas Farbe in ihren Alltag zu bringen. Aber ist das nichts? Unabhängig von der Höhe des Spendenaufkommens war ein Ziel dieser Aktion aber schon dann erreicht, wenn AIDS-Kranke im Bewusstsein der Bevölkerung und der Gesundheitspolitiker nicht ausgegrenzt werden. Rudolf hat daraufhin 2001seine "1100 Meter Stattgeschichte" ins Internet gestellt und viel Zeit investiert, um dieses Projekt zum Erfolg zu verhelfen. Bald muss er jedoch auf seiner Homepage resigniert feststellen: "Sie erinnern sich: Spender größerer Geldbeträge (ab 2000 DM) sollten kostenlos als Belohnung für ihre gute Tat ein Bild aus der längsten abstrakten Bildfolge (Guinnessrekord 1985) von Rudolf Kley erhalten. Im Gegensatz zu der erfolgreichen Aktion „Die Seelen der Kinder“, bei der Spenden von 10,20 oder 30 DM jeweils mit einer Grafik belohnt wurden, blieb das TUE-GUTES-PROJEKT! - trotz großer Bemühungen aller Seiten - in den Kinderschuhen stecken. „Gerne würden wir Ihre Arbeit und Ihr Engagement unterstützen. Leider ist uns dies aber wegen der gültigen Rechtslage nicht möglich. Spenden müssen frei von einem Gegenwert gespendet werden. Und gerade eines der von Ihnen erwähnten Bilder würde einen beträchtlichen Gegenwert darstellen. Uns sind leider die Hände gebunden.“ Dies schrieb Nina Rohrer von der Mac Donald`s Kinderhilfe. Ein Beispiel für viele. Andere Organisationen sahen das Problem ähnlich oder fühlten sich von vorneherein personell überfordert. Aus eigener Kraft gelang es nicht, das Projekt überregional vorzustellen und auf diese Weise daraus einen „Selbstläufer“ zu machen." Ein Gutes an der Sache. Seit diesem Zeitpunkt kann man die einzelnen Bilder der längsten abstrakten Bildfolge Bild für Bild im Internet betrachten