Die Luftpumpen holen mich und andere immer wieder ein. An sich war dies nicht als offener Brief an Herrn Sosic geplant. Aber es ist vielleicht sachdienlich, meine Motivation zweifelsfrei offen zu legen. Mir geht es weniger um Herrn Sauerland. Dann müsste es mir ja auch um den Rat der Stadt Duisburg gehen, der OB Sauerland mit der Durchführung der Loveparade beauftragt hat. Wenn man hier überhaupt von einer politischen Verantwortung sprechen kann, müsste der Rat zurücktreten. Das heißt also nicht, Abwahl des Erfüllungsgehilfen OB Sauerland ist angesagt, sondern Neuwahl des gesamten Rates der Stadt Duisburg. Auf diesem Hintergrund bekommt schon das erste, gescheiterte Abwahlverfahren einen schlechten Beigeschmack. Die Gesetzesänderung, die nur gemacht wurde, um OB Sauerland in Duisburg durch einen SPD genehmen Kandidaten zu ersetzen, "stinkt"  sogar zum Himmel! So denke ich, so denken aber auch viele Duisburger, die das Postengezerre satt sind. Herr OB Sauerland hat in der ersten Tagen nach der Katastrophe wirklich eine schlechte Figur abgegeben. Rechtfertigt das eine Abwahl? Das Verfahren ist völlig überzogen. Zeitnah hat Adolf Sauerland auf der Webseite der Stadt Duisburg dann in einer angemessenen Weise Stellung bezogen. Darüber hat nur keiner geschrieben. War eben natürlich und nicht spektakulär, positiv statt negativ. Negative Schlagzeilen verkaufen sich besser. Die Abwahlinitiative hat schon dafür gesorgt, dass viel Negatives verbreitet wurde. Mir wurde berichtet, dass es in den Einzelgesprächen bei der Unterschriftensammlung auch viele Ungereimtheiten gab, Sachverhalte einfach falsch dargestellt wurden. Ist das redlich oder nur menschlich? Was denken die Opfer denn darüber? Die, die leben. Und was würden die darüber denken, die es jetzt nicht mehr können? Sollte einem dieses alles nicht zu Denken geben? Dazu kann man doch nur "Nein" sagen.

Rudolf Kley    Duisburg, den 30.01.2012

   
 
Warum sind Gegenkandidaten ein Tabu?

 

 

Sehr geehrter Herr Sosic,


Untenstehende Pressemitteilung habe ich am 28.Januar verschickt. Ich sende Sie auch Ihnen zu Information.

Sie erinnern sich? Sie haben mir seinerzeit einen Fototermin mit OB Adolf Sauerland für die Übergabe eine Luftpumpenstatue abgesagt. Herr Sauerland hatte mir diesen bei der Übergabe der ersten Unterschriften gegen den Soli fest zugesagt. Damit haben Sie mir die Möglichkeit genommen, in den Revierstädten die anderen Bürgermeister und Oberbürgermeister in eine Werbekampagne für mein Luftpumpenfeld einzubeziehen. Erfahrungen mit meinem Guinnessrekordbild "1100 Meter Stattgeschichte" zum Duisburger Stadtjubiläum 1983 hatten gezeigt, dass die Einbeziehung der jeweiligen Pressestäbe für die damalige Aktion sehr hilfreich war.

5000 Sinalco-Kästen an den Ort meiner Wahl zum Aufbau des Feldes waren mir zugesagt worden. Der angepeilte Platz für das Feld auf dem Gelände der Loveparade konnte mir nicht zur Verfügung gestellt werden. Im Nachhinein bin ich darüber sehr froh.

Meine Betroffenheit durch die Loveparade Katastrophe ist soweit gegangen, dass ich mir nicht mehr vorstellen konnte, an dem Luftpumpenprojekt weiterzuarbeiten, an dem ich schon ein Vierteljahrhundert sitze, weil es mir so wichtig ist. Die Zeit heilt Wunden. Der zeitliche Abstand schafft die Voraussetzung dafür, dass es weitergeht. Etwas anders vielleicht, als es sonst seinen Lauf genommen hätte. Wenn Sie meine Pressemitteilungen oder Äußerungen in Interviews, Leserbriefen etc. betrachten, sehen Sie, dass ich die Bestrebungen zur Abwahl immer als eine Art trojanisches Perd gesehen habe, die lediglich die SPD an die volle Macht bringen sollen. Da kann ich mich nur schütteln. Heraus kommt dann so eine Idee, wie ich sie unten schildere. So ein "Sauerland-Feld" wirkt schon dann, wenn die Idee an sich verbreitet wird. Vielleicht können Sie mich dabei ja dieses Mal unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen

Rudolf Kley

 

 

 

Infos zum Luftpumpenfeld hier